LexikonExponential Moving Average (EMA)
Exponential Moving Average (EMA)
Der Exponential Moving Average ist ein gleitender Durchschnitt der Schlusskurse, der jüngere Kerzen stärker gewichtet. Er reagiert schneller auf neue Kurse als ein SMA gleicher Länge und zeigt die Trendrichtung, auf Wunsch auch auf einem anderen Zeitrahmen als dem des Charts.
Berechnung
ist der Schlusskurs der Kerze , die Länge. Der erste Wert ist der SMA der ersten Schlusskurse, davor bleibt die Linie leer. Danach geht jede neue Kerze mit dem Anteil ein, und ältere Kerzen verlieren mit jeder Kerze den Faktor an Gewicht. Bei ist : Die jüngste Kerze wiegt rund 9,5 %, beim SMA 20 nur 5 %.
Bei Wie der Chart rechnet der EMA auf den Kerzen des Charts. Die laufende Kerze zählt dann mit ihrem aktuellen Kurs mit.
Andere Zeitrahmen
Mit Zeitrahmen rechnet der EMA auf den Kerzen eines anderen Intervalls, etwa 1D, und überträgt das Ergebnis auf den Chart:
- Chart feiner als der Zeitrahmen (EMA auf 1D, Chart 1H): Jeder Tageswert liegt dort, wo seine Tageskerze schließt, und dazwischen verbindet eine gerade Linie die beiden Werte. So läuft die Linie glatt statt in Stufen. Das letzte Stück führt zum Wert der laufenden Tageskerze mit dem aktuellen Kurs als vorläufigem Schluss.
- Chart gröber als der Zeitrahmen (EMA auf 4H, Chart 1D): Jede Chartkerze trägt den Wert der letzten 4H-Kerze, die in ihr geschlossen hat.
- Gleicher Zeitrahmen: der gewöhnliche EMA auf den Chartkerzen.
Laufende Kerze einbeziehen nimmt die noch offene Kerze des Zeitrahmens mit dem Schlusskurs der jeweiligen Chartkerze in den Durchschnitt:
ist der EMA der letzten abgeschlossenen Kerze des Zeitrahmens. Das jüngste Stück der Linie folgt so dem Kurs, und die Historie zeigt, was die Linie damals gezeigt hätte. Ist der Chart gröber als der Zeitrahmen, ändert der Schalter nichts.
Zusatzlinien und Kreuzungen
- Im Reiter Daily & Weekly schaltest du den EMA 20, 50, 100 und 200 auf 1D und auf 1W zu, jeden mit eigener Farbe.
- Im Reiter Eigene stehen vier freie Linien mit eigenem Zeitrahmen und eigener Länge (ab Werk 21 auf 1D, 9 auf 1D, 21 auf 1W und 200 auf 4H).
- Golden & Death Cross setzt einen Ring auf den 50-Tage-EMA, wo er den 200-Tage-EMA kreuzt: türkis nach oben (Golden Cross), rot nach unten (Death Cross). Die Ringe erscheinen auch, wenn die beiden Linien selbst aus sind.
So liest du ihn
- Kurs über einem steigenden EMA: Aufwärtstrend über diese Länge. Kurs darunter und Linie fallend: Abwärtstrend.
- Kreuzungen eines schnellen und eines langsamen EMA (etwa 9 und 21 oder 50 und 200) gelten als Trendwechsel-Signal. Sie kommen früher als bei SMAs gleicher Länge, in Seitwärtsphasen aber auch öfter falsch.
- Der MACD ist die Differenz zweier EMAs (12 und 26).
Einstellungen
| Einstellung | Standard | Wirkung |
|---|---|---|
| Länge | 20 | Länge , 1–500 |
| Zeitrahmen | Wie der Chart | Intervall, auf dem gerechnet wird: 15m–1M |
| Hauptlinie anzeigen | an | Aus: nur die Linien aus „Daily & Weekly“ und „Eigene“ |
| Laufende Kerze einbeziehen | aus | Die offene Kerze des Zeitrahmens zählt mit |
| Golden & Death Cross | aus | Ringe an den Kreuzungen von 50D und 200D |
Gut zu wissen
Der EMA hängt von der ganzen Kursreihe ab, nicht nur von den letzten Kerzen. Der Startwert klingt erst nach einigen Vielfachen von ab. Ganz am Anfang der Reihe kann ein langer EMA deshalb leicht von dem Wert abweichen, den eine längere Reihe ergäbe.