LexikonVWAP
VWAP
Ein volumengewichteter Durchschnittskurs über ein gleitendes Fenster der letzten 200 Kerzen. Anders als bei einem gleitenden Durchschnitt zählt jede Kerze nach ihrem Umsatz, die Linie liegt also dort, wo im Fenster tatsächlich gehandelt wurde. Der Abstand des Kurses zu ihr zeigt, ob der durchschnittliche Einstand dieses Fensters im Gewinn oder im Verlust liegt.
So liest du ihn
Die Farbe der Linie zeigt, wo der letzte Schlusskurs steht: grün, wenn er auf oder über dem aktuellen VWAP liegt, rot, wenn er darunter liegt. Die ganze Linie wechselt die Farbe, nicht einzelne Abschnitte. Mit ausgeschaltetem Farben der Studie trägt sie die gewählte Farbe.
Den Abstand des Kurses zur Linie misst du in Prozent des VWAP:
- Kurs über der Linie: Wer im Fenster zum durchschnittlichen Preis gekauft hat, liegt im Gewinn. Rücksetzer stocken häufig an der Linie.
- Kurs unter der Linie: Der durchschnittliche Einstand liegt im Verlust. Die Linie wirkt von unten häufig als Widerstand, weil dort viele ihren Einstand zurückbekommen.
- Neigung: Steigt die Linie, wurde zuletzt auf höheren Preisen umgesetzt als am Anfang des Fensters.
Was das Fenster abdeckt, hängt von der Zeitebene ab: 200 Stundenkerzen sind gut acht Tage, 200 Tageskerzen rund sechseinhalb Monate, 200 Wochenkerzen fast vier Jahre.
Grenzen
- Näherung: Ein echter VWAP gewichtet jeden einzelnen Handel mit seinem Preis. Hier steht jede Kerze mit einem einzigen Preis, dem typischen Kurs. Bei Kerzen mit großer Spanne kann der tatsächlich gehandelte Durchschnitt davon abweichen.
- Kein Volumen, keine Linie: Symbole ohne Umsatzangabe, etwa manche Indizes oder Devisenpaare, zeichnen keinen VWAP.
- Einstand ist ein Bild: Jeder Handel hat einen Käufer und einen Verkäufer. „Durchschnittlicher Einstand“ meint den volumengewichteten Preis, zu dem im Fenster gehandelt wurde, nicht die tatsächliche Position einzelner Marktteilnehmer.