LexikonZinskurve
Zinskurve
Die Studie fasst die Form der US-Zinskurve in eine Zahl: das Verhältnis aus zehnjähriger und zweijähriger Rendite. Über 1 rentiert die lange Laufzeit höher als die kurze, die Kurve ist normal. Unter 1 ist sie invertiert, und eine Inversion ging in den vergangenen Jahrzehnten jeder US-Rezession voraus.
Zonen
| Bereich | Einstufung | Farbe |
|---|---|---|
| ab 1,02 | Normale Kurve | grün |
| 1,00 bis 1,02 | Flache Kurve | gelb |
| unter 1,00 | Invertiert | rot |
Die Paritätslinie bei 1 ist kräftig gezogen, eine zweite Hilfslinie liegt bei 1,02. Unter 1 ist der Hintergrund rot getönt, über 1,02 grün.
So liest du sie
- Normale Kurve: Wer sein Geld länger bindet, bekommt mehr Zins. Das ist der Normalzustand einer wachsenden Wirtschaft.
- Flache Kurve: Der Vorsprung der langen Laufzeit ist fast weg. Häufig der Übergang in eine Inversion oder aus ihr heraus.
- Invertiert: Die kurze Laufzeit rentiert höher. Der Markt erwartet, dass die Leitzinsen in Zukunft sinken, meist weil er mit einer Abschwächung rechnet.
Zwischen Inversion und Rezession lagen historisch oft viele Monate. Die Rezession begann in der Regel erst, nachdem die Kurve wieder ins Positive gedreht hatte. Eine Inversion ist deshalb ein Warnsignal mit langem und unregelmäßigem Vorlauf, kein Zeitpunkt.
Grenzen
- Zeitebene: Die Renditen sind Tageswerte. Gedacht für 1D, 4D und 1W; auf Intraday-Kerzen steht ein Wert über viele Kerzen.
- Niedrige Zinsen: Liegt die zehnjährige Rendite nahe null, wie 2020, schlägt das Verhältnis schon bei kleinen Spreads stark aus.
- Nur zwei Laufzeiten: Die Studie sieht nur 10 und 2 Jahre. Die ganze Kurve mit allen Laufzeiten zeigt die Studie „US-Staatsanleihen (Renditekurve)“.